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Petra
Dörfert M.A. DAV-Geprüfte
Astrologin
Tierkreiszeichen und Jahreslauf
Die Deutung der Tierkreiszeichen ist im Laufe der Jahrhunderte
aus der Beobachtung der Jahreszeiten heraus entstanden. Man könnte
einwenden, dass es im Herkunftsland des Tierkreises, nämlich in Babylon,
doch ganz andere klimatische Bedingungen gegeben haben muss, die nichts
mit den unseren zu tun haben. Das ist sicherlich richtig, allerdings entsprachen
die Zuordnungen zu den Tierkreiszeichen damals auch bei weitem noch nicht
unserem heutigen Verständnis. Dieses hat sich erst später im Mittelmeeraum
(Hellenismus) bzw. im abendländischen Kulturkreis herausgebildet -
und somit auch in Analogie zu unserer vertrauten Jahreszeitenfolge. Leider
ist diese in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr aus dem Takt geraten,
so dass die eine oder andere Jahreszeitencharakteristik nicht mehr zeitgemäß
klingen mag: Die jungen Triebe müssen sich bei uns in der Widderzeit schon
längst nicht mehr durch den Schnee kämpfen, und im August können
sintflutartige Regenfälle der "brüllenden" Löwenhitze
schnell ein Ende bereiten.
Ein ganz anderes Problem stellt sich übrigens
für unsere Kollegen auf der Südhalbkugel der Erde, wie zum Beispiel
in Australien oder Südamerika, wo die abendländische Astrologie
weitgehend unverändert übernommen wurde. Dort laufen die
Jahreszeiten gerade andersherum ab, was bedeutet, dass in Australien gerade
zur Steinbock-Zeit die allergrößte Hitze (und damit auch allerbeste
Partylaune) herrscht, weshalb dort alle Steinböcke eigentlich Löwen
sein müssten.....
Wer mehr Informationen sucht: Ein sehr lohnendes Buch zum Thema hat Iso Karrer: "Tierkreis und Jahreslauf. Astrologie in Mythos und Volksbrauch" (München 1997) verfasst.
Eine Anmerkung noch für alle Geburtstagskinder,
die an den Wechseltagen der Sternzeichen geboren sind: Der Sternzeichenwechsel
erfolgt mitten im Tag und jedes Jahr zu einer anderen Stunde, wodurch sich
manchmal sogar das Datum des Übergangs verschieben kann. Wenn Sie schon immer die dunkle
Ahnung hatten, eigentlich gar kein extrovertierter Löwe, sondern ein
sensibler Krebs zu sein, dann lassen Sie sich das am besten einmal über ein professionelles Astroprogramm berechnen! Unten wurden die für 2009 gültigen Wechseltage
angegeben.
Das Sternzeichen Widder markiert den Beginn des astrologischen Jahres, wobei die Widderenergie dem jahreszeitlichen Aufbruch der Natur entspricht, in dem sich die ersten Knospen und Triebe oft noch gegen ungünstige Witterungsverhältnisse behaupten müssen. Das Osterfest mit seiner Auferstehungssymbolik, das stets am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert wird, fällt fast immer in die Widderzeit.
Widder-Geborenen sagt man in Entsprechung dazu besondere Tatkraft und Durchsetzungsfähigkeit nach. Sie sind Macher, die mit dem Kopf durch die Wand wollen, und vollbringen gerne Pioniertaten..
Der sprichwörtliche "Wonnemonat Mai" fällt in die Stierzeit, in der die Natur ihr üppiges Grün entfaltet. Schon früher fühlten sich die Menschen dadurch zu Lebensgenuß und Lebensfreude angeregt, wovon Bräuche wie der "Tanz in den Mai", der Maibaum oder die Vorliebe, im Mai zu heiraten, zeugen.
Stier-Geborenen sagt man aus diesen Gründen eine besondere Genußfreude, aber auch Naturliebe nach. Sie mögen es, Substanz aufzubauen und ihr Umfeld "grünen und blühen" zu lassen. Wenn ein befriedigender materieller Status erreicht ist ist, haben sie die Tendenz, sich ewigen Stillstand zu wünschen.
Das Sternzeichen Zwillinge steht für Vielfalt und Ausdifferenzierung. In der Flora erreicht der Drang, sich fortzupflanzen, seinen Höhepunkt, was Allergiker am intensiven Pollenflug Ende Mai /Anfang Juni bemerken. Gleichzeitig wächst die Lust auf Kommunikation, Austausch und Unternehmungen, so dass in dieser Zeit oft sämtliche Wochenenden mit Festen, Ausflügen und anderen Aktivitäten verplant sind.
Zwillinge-Geborene gelten daher als die großen Kommunikatoren, die die Welt in ihrem bunten Reichtum an Möglichkeiten erleben möchten und stets auf der Suche nach Abwechslung und neuen Eindrücken sind.
Krebs
(21.06. - 23.07.)
Früher
stiegen die Temperaturen in der Krebszeit erstmals deutlich an, was die
Lust auf Aktivitäten deutlich einschränkt. Wer nicht arbeiten
muss, döst lieber oder zieht sich ans Wasser zurück, weshalb der
Juli zum bevorzugten Monat für Meeresurlauber geworden ist. In der
Natur dreht sich alles weiterhin um Fruchtbarkeit und Fortpflanzung, und
auch viele Tierbabys kommen jetzt zur Welt.
Krebs-Geborene gelten als besonders emotional und sensibel (viele von ihnen scheinen buchstäblich nahe "am Wasser gebaut" zu haben). Darüber hinaus sagt man ihnen eine ausgeprägte Kinderliebe nach.
Schon im alten Babylon herrschte in dieser Periode eine "brüllende Hitze", weshalb man den Löwen zu ihrem Symboltier erwählte. In modernen Zeiten dreht sich jetzt alles um Urlaub, Freizeitspaß und Lebensfreude
- kein Wunder, dass man Löwe-Geborenen den Drang nachsagt, zu strahlen und sich möglichst umfassend selbst zu verwirklichen...
In der Jungfrauzeit stand traditionell das Einbringen und Verwerten der Ernte im Vordergrund, was im Laufe der Jahrhunderte viele handwerkliche Kunstfertigkeiten, wie etwa den Weinbau oder das Pressen von Öl, hervorgebracht hat. In heutiger Zeit gewinnt das Jungfrau-Zeichen erneut an Bedeutung, da es uns daran erinnert, die natürlichen Ressourcen zu schonen und wieder achtsamer mit der Nahrung umzugehen. Demut ist hierbei ein wichtiges Thema (man denke an das Erntedankfest!) - dennoch darf das Erarbeitete am Ende auch unverkrampft genossen werden.
Jungfrau-Geborene gelten
entsprechend zu den vielen Verpflichtungen in dieser Zeit als praktisch,
fleißig und geschickt, manchmal aber auch als moralinsauer und über
ihrem Arbeitseifer in der Persönlichkeit verblasst. Letzteres kann
allerdings nur passieren, wenn man vergisst, was das eigentliche Ziel aller
Arbeit ist, nämlich ein angenehmes, kultiviertes und mit der Umgebung
in Einklang stehendes Leben zu führen.
Das Sternzeichen Waage beginnt mit der herbstlichen Tag- und Nachtgleiche, bei der sich die Tages- und Nachtstunden "die Waage halten". Stimmungsmäßig schwankt das Wetter zwischen noch spätsommerlich schönen und bereits winterlich anmutenden Herbsttagen. Oft herrscht jetzt noch einmal ein besonderer Zauber von Leichtigkeit und unwirklich klaren Naturstimmungen. In früheren Zeiten wurden nach Abschluss der Erntearbeiten die Gerichtstage abgehalten, in denen die Streitigkeiten, die sich über das Jahr hinweg angestaut hatten, geklärt werden konnten.
Waage-Geborenen sagt man daher Unentschiedenheit und emotionales Schwanken, aber auch ausgeprägten Schönheits- und Gerechtigkeitssinn nach.
Die Skorpion-Zeit ist die düsterste Zeit des Jahres, in der wir das Dunklerwerden der Tage deutlich empfinden und oft ein unangenehm graues "Schmutz- und Schmuddelwetter" herrscht. Früher war dies der Monat des Totengedenkens und der inneren Einkehr - heute fühlen sich viele einfach bloß depressiv, da offenbar die Fähigkeit, sich mit den schwierigeren Seite des Lebens auseinanderzusetzen, abhanden gekommen ist.
Kein Wunder, dass man Skorpion-Geborenen so viele "dunkle" Eigenschaften unterstellt! Ihre Fähigkeit, in die Tiefe zu blicken und sich der abgründigen Seiten des Lebens anzunehmen, hat sie leider zu den Buhmännern des Tierkreises gemacht...
Die
Schütze-Zeit läuft auf die Wintersonnenwende zu
Schütze-Geborene gelten daher im Gegensatz zu den Skorpionen als optimistisch und lebensfroh. Durch die kultische Bedeutung der Zeit sind ihnen weltanschauliche "Sinnfragen" zudem quasi in die Wiege gelegt.
Nach Abschluss der Weihnachtsfeierlichkeiten zog sich der Winter meist noch recht zäh in die Länge. Gerade in der Steinbock-Zeit konnte es äußerst frostig werden, so dass alle eigentlich nur noch das Ende von Eis und Schnee herbeisehnten. Das gesellschaftliche Leben verfiel meist in eine Art Winterstarre und jeder sah zu, dass er körperlich über die Runden kam.
Kein Wunder, dass Steinbock-Geborenen die Welt als unwirtliches Terrain erscheint, auf dem man sich in erster Linie behaupten und durchbeißen muss! Steinböcke sind für ihre Zähigkeit und ihr Durchhaltevermögen berühmt und erinnern in ihrer introvertierten Art tatsächlich oft an kühle Wintertage.
In der Wassermann-Periode herrscht zwar noch Winter, aber in der Natur ist bereits erste Bewegung, wie das Aufsteigen der Säfte in den Bäumen, zu spüren, und auch die Tage werden langsam wieder länger. In dieser Zeit, in der sich schon wieder Tatendrang bemerkbar macht, ohne jedoch ein rechtes Ziel zu finden, hat sich in vielen Kulturen der Karneval angesiedelt - der oft auch mit der Hoffnung, die Wintergeister vertreiben zu können, einherging.
Wassermann-Geborene stehen dementsprechend für das Andersartige, Verrückte, aus der gesellschaftlichen Norm fallende, was sich aber oft auch nur in einer gewissen Distanzhaltung zur Umwelt bemerkbar macht.
Die Fische beenden das astrologische Jahr und leiten zum Neuanfang der Widder-Periode über. In der Natur herrscht eine Übergangsstimmung, in der der Frühling manchmal bereits zu "riechen" ist, jedoch nach wie vor die kühle Witterung überwiegt. Es ist eine Zeit des Dazwischen, die von der Sehnsucht nach Aufbruch und Wärme geprägt ist.
Fische-Geborenen wird hohe Sensibilität, intuitives Ahnungsvermögen und der Hang zu Phantasien und Träumereien nachgesagt. Oft scheinen sie tatsächlich "dazwischen" zu stehen und nicht wirklich in der Realität und im Handeln (Widder-Prinzip) anzukommen.
© Petra Dörfert 2008